Wie ich meine Sensibilität wieder entdeckte

Bildquelle: Instagram/cigarettesandkale

 

Ich wusste nicht, wie verletzlich ich eigentlich bin. Da war diese Hülle, dieser Panzer, der den Kern schützte. So sehr schützte, dass er fast keine Luft mehr bekam. Und langsam verkümmerte, runzlig und ausgezehrt wirkte.

Wer will schon sowas sehen? So etwas Verkümmertes und Verrunzeltes. Niemand. Vor allem nicht ich selbst.

Wenn der Panzer bricht

Nun, ganz tot war dieser Kern dann doch noch nicht. Und so hegte er den Wunsch, dass er mal wieder ein bisschen Tageslicht abbekommt. Und neben meines eigenen Willens waren es auch Menschen, die in mein Leben kamen und mir dabei halfen, meinen Panzer Stück für Stück zu durchbrechen. Dies aus komplett eigener Kraft zu versuchen, ist weitaus energieraubender und langwieriger als es im Team zu tun. Und seinen verkümmerten Kern anderen Menschen zu zeigen, ist nunmal auch Teil des Prozesses, um den man nicht drumrum kommt.
Stück für Stück bekam mein Kern wieder Sauerstoff und Licht. Und mit ihm auch all die Schichten, die ihn noch umgaben und ebenso von dem Panzer geschützt waren.

Erst war es befremdlich. Beängstigend. Beschämend. Doch mein Gegenüber schreckte davor nicht zurück –  vor meiner Scham und dem Anblick meines verkümmerten Kerns. Sich in seiner vollen Scham zu zeigen und ihr komplett, unkontrolliert hinzugeben war für mich ein großer Sprung über meinen eigenen Schatten. Doch dadurch konnte ich dieser Schattenseite – der Scham – wieder mit Würde und Freundschaftlichkeit begegnen.  In diesen intensiven Phasen einen Menschen an seiner Seite zu haben, der dich begleitet, bestärkt und dich liebevoll mit deinen Ängsten konfrontiert, war und ist für mich eine sehr, sehr große Hilfe und schafft natürlich auch unglaublich schöne Kontakte.

“Zerstöre niemandes Empfindsamkeit,
seine/ihre Sensibilität ist sein/ihr Talent.”

(Verfasser unbekannt)

Ja, Sensibilität ist ein Talent. Eines unserer ursprünglichsten Charaktereigenschaften, die jeder von uns in die Wiege gelegt bekommt. Wieso wir dieses Talent nicht mehr genügend achten, ja sogar eher schlecht reden und als etwas betrachten, was nicht gerade von Selbstbewusstsein zeugt, weiß ich nicht.
Aber das zivilisierte Bild eines selbstbewussten Menschen sollte man eh überdenken. Jedenfalls sollte eine gesunde Sensibilität, was ein klares Erkennen und Formulieren von Grenzen sowie das Zulassen von Gefühlen, die mit dem Betreten dieser Grenzen einhergehen, viel ungehemmter gelebt werden können. Wird es aber leider nicht. Ganz und gar nicht. Das macht mich unheimlich traurig. Nein – eher wütend.

Scham, wie schön du doch sein kannst

Auch ich muss und möchte meine Sensibilität noch viel mehr fördern. Lange Zeit wusste ich wie gesagt gar nicht wie sensibel ich tatsächlich war. Ich wollte doch diese starke, mutige, selbstständige, reflektierte Frau sein. Maskuline Weiblichkeit. Weiblichkeit, die vergessen hatte, dass zu ihrer Ganzheitlichkeit neben dem Ausleben der sexuellen Verführerin und der kühnen, modernen Frau des 21. Jahrhunderts auch kindliche Verletzlichkeit und Unsicherheit dazugehören. Diese Seite wieder zuentdecken war – und ist immer noch – für mich eine Erfahrung die mit viel Scham behaftet ist, aber andererseits auch mit einer unglaublichen Erfüllung, Güte und nicht zu vergessen: Genuss. Wahrer Genuss und pure Freude am Leben. Einfach, weil diese Seite von mir endlich da sein darf und genau so wertgeschätzt wird wie die selbstbewusste, reflektierte, erotische Frau die ich bin.

Und am Ende ist Ekstase

Dieses Zulassen – Loslassen – der freie Fall – hat mir in letzter Zeit unglaublich ekstatische Momente beschert. Und den Wunsch in mir eröffnet, dass jeder Mensch, jedes Wesen in den Genuss dieser Ekstase kommen sollte. Eigentlich ist es so unglaublich simpel. Wer, ja verdammt nochmal wer hat eigentlich damit angefangen, Gefühle einzukategorisieren und zu be- und vor allem verurteilen?

 

 

In den nächsten Artikeln möchte ich mit euch einige Momente teilen, in denen ich diese Ekstase erlebt hatte um euch zu inspirieren und euch vielleicht auch einige Werkzeuge und Methoden vorzustellen, die euch dabei helfen können, in eure eigene Ekstase zu kommen.

#youtoo ?

Ich würde mich auch sehr darüber freuen, wenn der eine oder andere den Mut hat seine eigenen Erlebnisse oder Gedanken zu diesem Thema zu teilen.

 

#PDP02 – Hallo Angst! Schön, dich kennenzulernen! 26. März 2017

Und Klappe die 2.!

Unsere Ängste sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde! Mit diesem herrlich esoterischen Hippie-Satz möchte ich dich in meiner zweiten Podcast-Episode willkommen heißen! Nachdem ich in meiner ersten Episode erzählt habe, wie es für mich war, zum allerersten mal eine meiner Ängste bewusst wahrzunehmen und ihr ins Auge zu blicken, möchte ich in dieser Episode näher darauf eingehen wie ich mittlerweile ziemlich konkret meine Ängste auflöse und euch somit eine kleine “Taktik” an die Hand geben, die zumindest bei mir äußerst gut funktioniert. Also….hört mal rein!

Ich will keine Abenteuer!

 

 

Wie du herausfindest, was DU wirklich willst

Entscheidungen zu treffen kann manchmal ganz schön nervig sein und oft wünsch man sich insgeheim nochmal 12 zu sein, wo Mama und Papa für die meisten Entscheidungen zuständig waren und man selbst oft nichtmal entscheiden musste, was man heute anzieht oder was man zu Mittag isst. Hach, herrlich…Dabei kann der Akt der Entscheidungsfindung so viel Spaß machen! In diesem Artikel beschreibe ich, wieso – und gebe dir wertvolle Tipps mit auf den Weg, die zumindest mir beim Treffen von Entscheidungen sehr geholfen haben.

Content:

  • Wie du herausfindest, ob das, wovon du dachtest, dass es dein Weg ist, wirklich DEIN Weg ist
  • Was für ein Entscheidungstyp bist du?
  • Triffst wirklich DU deine Entscheidungen?
  • Fragen, die dir bei deiner Entscheidungsfindung helfen könnten
  • Trau dich, zu spielen
  • Gönn dir Pausen
  • Was deine Entscheidungen wirklich für deinen weiteren Lebensverlauf bedeuten

„Hast du Lust ein Rohkost-Retreat mitzuorganisieren – in Thailand?“ Jaaa maaan klaaaar! Was für ne Fraaage?! 😀 War damals meine Reaktion. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch im Yogazentrum in Kalifornien und voller Feuer & Flamme für sämtlichen Schabernack. Ok. Das war ich eigentlich schon immer. Abenteuer, Neues erleben, verrückte Dinge tun. Schließlich ist mein Sternzeichen Schütze, der ja für seine Abenteuerlust bekannt ist. Punkt. Aus. Stigmata machen es einem so herrlich leicht Entscheidungen zu treffen. Alles hat halt seine Vor- und Nachteile.

Will ich lieber Langeweile?

Einen Monat später. Deutschland. Realität. Arbeit. Gewohnte Umgebung. Winter. Meinem Gemüt ging es überraschenderweise ziemlich gut und mein allejahrewieder-Winterbluse lies sich nur manchmal blicken. Und genau das war das Problem! So langsam stießen Fragen in meinen Kopf, ob ich denn überhaupt Deutschland nach so kurzer Zeit schon wieder verlassen will. Ob ich mich schon wieder einer komplett neuen Umgebung aussetzen will – noch dazu war ich noch nie in Asien! Hab ich zur Zeit wirklich Bock auf Abenteuer, auf Kulturschocks, auf das Unbekannte, auf Wochen – oder vielleicht sogar Monate, in denen kein Tag wie der andere sein würde? Angst stieg in mir auf. Denn so ein Gefühl kannte ich bis dato noch nicht. Eigentlich war ich doch immer diejenige, die immer weg wollte, raus in die Welt, Neues entdecken, sich schwierigen Situationen aussetzen, täglich neue Menschen kennenlernen…Ziemlich lange schwang dieses Thema so in meinem Alltag mit und ich versuchte es immer ein bisschen von mir wegzudrängen. Doch mit der Zeit erlaubte ich mir mehr und mehr, dass ich mich jederzeit umentscheiden könne. Was etwas ganz Neues für mich war. Denn wenn ich früher eine Entscheidung getroffen hatte zog ich sie in den allermeisten Fällen bis zum bitteren Ende durch, auch wenn sich meine Vorstellungen und Ziele teilweise komplett verändert hatten. Ich wollte niemandem durch meine Umentscheidung Schwierigkeiten bereiten, wollte nicht eine von denen sein, die erst große Versprechungen macht und diese dann nicht hält. „Aber verdammt nochmal, ich DARF mich umentscheiden! Wer hat hier die Zügel in der Hand?“

Ich habe ein offenes Herz….chakra

Wer meine vergangenen Posts gelesen hat, merkt schnell, dass das Thema „Entscheidungen treffen“ gerade ziemlich groß bei mir ist. Und ich finde es zur Zeit unglaublich spannend verschiedene „Techniken“ auszuprobieren. Eine Technik, die mir gleichzeitig mega viel geholfen hat, aber mir auch erstmal irgendwie noch mehr Schwierigkeiten bereitet hat, war ein weißer Rat von Simon, einer der Volunteers im Yogazentrum in Kalifornien, in dem ich letzten Herbst war. Er hat mit mir einen Human Design Test gemacht. Ich werde hier jetzt nicht ausführlich erklären, was das ist, weil ich mich selbst noch nicht ausführlich genug damit beschäftig habe, zumindest so viel kann ich dazu sagen: es ist eine Methode zur Persönlichkeitsanalyse und verbindet moderne DNA-Analyse mit dem Wissen des I Ging, ein uraltes philosophisches System aus dem alten China. Jedenfalls – nachdem Simon meine Geburtsdaten in ein System eingegeben hat, spuckte dieses diverse Daten über mich aus (wäre eigentlich auch eine perfekte Tarnung für die NSA, oder?), unter anderem, dass ich ein offenes Herzchakra habe. AHA! Klingt eigentlich ziemlich cool oder?

Komm lass uns spielen

Ein offenes Herz….chakra. Bis heute habe ich mich weder intensiv mit offenen Herzen noch mit Chakren beschäftigt und ich konnte mit dieser Erkenntnis so gut wie gar nichts anfangen. Simon erklärte es mir aber ganz grundschulgerecht: „Es bedeutet, dass du Entscheidungen eher emotional triffst. Wenn dich also heute jemand fragt, ob du Bock hast nächste Woche mit ihm auf nen Trip zu gehen, und du erst mal total Feuer und Flamme dafür bist, dann bist du in einem emotionalen Hoch. Wenn du aber nochmal ne Nacht drüber schläfst kann das ganze morgen schon ganz anders aussehen. Bedenken steigen in dir auf und du sagst ihm doch lieber nicht zu. Dann bist du in einem emotionalen Tief. Warte also, bis das Pendel in der Mitte angelangt ist und triff dann die Entscheidung.“ Das war eigentlich die erste wirkliche Einladung für mein Unterbewusstsein, sich mit dem Thema Entscheidungen näher zu beschäftigen. Ich unternahm erste Versuche um diese neue Art der Entscheidungsfindung zu testen. Inzwischen – also ca 5 Monate später – bin ich wieder um einige Erfahrungen schlauer und kann sagen: Fürs erste „eingrooven“ ist diese Technik echt gut. Ich erlaube mir nun ganz bewusst, mir für Entscheidungen mehr Zeit zu lassen und diese Zeit auch produktiv zu nutzen indem ich meinen Gedanken intensiver nachspüre und mir nicht ständig irgendwelche künstlichen Gefühle bastle um die eine Entscheidung, die ich Anfangs für richtig hielt, aufrechtzuerhalten. Traue dich also einfach dich selbst dazu einzuladen, verschiedene „Techniken“ auszuprobieren. Einfach damit zu spielen, wie du irgendeine Wahl triffst und das ganze eher als journalistische Recherche zu betrachten.

Look at me – I have a super exciting life!

Oftmals sind die Entscheidungen die wir treffen, gar nicht primär UNSERE Entscheidungen, sondern wir lassen uns ganz schnell von außen beeinflussen. Das geschieht nicht unbedingt durch direkte Einmischung von irgendwelchen Personen in deinem Umkreis, sondern es genügt oft schon der Gedanke, wie andere reagieren WÜRDEN, wenn man diese oder jene Entscheidung träfe. Nach außen hin will man ja irgendwie ein möglichst spannendes Leben präsentieren und Plattformen wie Instagram, Facebook & Co. geben ihr bestes um dich in dieser Repräsentation zu unterstützen. Da wird es schwierig, einfach bei sich selbst zu bleiben beziehungsweise sich erst mal überhaupt bewusst zu machen, von was man sich alles beeinflussen lässt. Das soll jetzt nicht heißen, dass du nie wieder jemanden um Rat fragen sollst, wenn du vor einer Entscheidung stehst, denn deine Mitmenschen sehen die Dinge oft von einer ganz anderen Perspektive und können dir hilfreiche Inspirationen geben. Dennoch ist es meines Erachtens ultra wichtig, bewusster zu spüren, wann man von etwas beeinflusst wird und wann das Gefühl aus deinem ursprünglichen Wesen stammt. Ich möchte dir hierbei eine schöne passende Übung mitgeben, die dir dabei helfen könnte, besser auf dich selbst zu hören.

Fragen über Fragen

Wenn du also vor einer großen Entscheidung stehst, dann beantworte die folgenden Fragen: (Diese Fragen habe ich jetzt erstmal nur für Entscheidungen formuliert, in denen du nicht vor mehreren Optionen stehst sondern dich nur FÜR oder GEGEN etwas entscheiden könntest. Wenn du vor einer Entscheidung stehst, wo du dich zwischen zwei oder mehreren ziemlich gleichwertigen Dingen entscheiden musst, also zum Beispiel WELCHEN Studiengang du wählen sollst, dann kannst du die Fragen gerne dementsprechend umformulieren.)

1) Was war mein allererster Impuls, als die Entscheidung zum ersten mal in mein Leben kam?

2) Wie habe ich mich am nächsten Tag gefühlt? Was waren meine Ängste und Sorgen, die mit der Entscheidung einhergingen?

3) Welche positiven Dinge würde die Entscheidung mit sich bringen?

4) Was würde wahrscheinlich passieren wenn ich mich DAGEGEN entscheiden würde?

5) Für was würde ich mich entscheiden, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Du kannst diese Fragen mit so langen Texten beantworten wie du möchtest. Schreibe einfach alles nieder was dir einfällt. Schreiben hilft oft wahnsinnig, Licht ins Dunkel zu bringen und deinem Gedankenwirrwarr Struktur zu verleihen. Ich schreibe ja auch nicht einfach für euch, sondern in erster Linie für mich 😀

Entscheidungsurlaub

Ein nächster Schritt wäre dann, von der ganzen Nummer erstmal Abstand zu nehmen. Beschäftige dich mit anderen Dingen, unternimm was mit Freunden, lass einfach erstmal los von allem. Und das gerne auch für 2-3 Tage oder länger. Und dann schau dir die Fragen und deine Antworten darauf nochmal an. Fühle dem ganzen nochmal nach. Ergeben die Antworten noch Sinn? Würdest du immer noch die gleichen geben? Ja? Nein? Vielleicht? Ich weiß, manchmal fühlt es sich so an, als wäre es eine Never-Ending-Story. Und mehr als dir diese Tipps an die Hand zu geben, kann und will ich auch nicht. Denn die Verantwortung trägst DU alleine!

Mach dir letzten Endes bewusst, dass keine Entscheidung der Welt dein Leben zerstören wird, denn du kannst jederzeit Kursänderungen vornehmen und alles nochmal auf 0 setzen. Wirklich! Vertraue dir in dieser Sache! Und dann spiele einfach mit dieser großartigen Macht und hab’ Spaß!

In diesem Sinne: Viel Spaß bei deiner Entscheidungsfindungsreise!

Du willst wissen, wieso ich mich letztendlich doch für Thailand entschieden habe? Darum wird es in meinem nächsten Blog-Post gehen.

Wie du und die Kontrolle wieder Freunde werden

                             Quelle: weheartit.com

Kontrolle. Das ist schon so ein ganz spezieller Kandidat. Die einen haben zu viel davon, die anderen zu wenig. Der eine kontrolliert sich selbst, der nächste kontrolliert die anderen. Viele jedoch kontrollieren alles, jeden und ständig. Und das ist auch total natürlich. Solch liebevolle Wörter wie Kontrollzwang oder Kontrollverlust sind nichts anderes als aus der Luft gegriffene Bezeichnungen für aus der Luft gegriffene psychische Krankheiten. Finde zumindest ich. Wird die Luft zu dünn, kann man irgendwann nicht mehr atmen und der Wolkenkratzer aus Kontrollwänden bricht ein.
„Ich kontrolliere nichts mehr, ich bin jetzt frei“, so oder so ähnlich lauten dann die Sätze vieler Menschen, die nach ihrem persönlichen 9/11 wieder aus der Asche auferstehen.

Content:

  • Wer oder was kontrolliert mich?
  • Wie du und die Kontrolle wieder Freunde werden
  • Methode: Mit Synonymen arbeiten
  • Sich bewusst der Konfrontation aussetzten
  • Kontrolle richtig nutzen

Wer ist dein Chefarchitekt?

Doch gestern kam mir dann ein Gedanke. Es ist doch so: Alles was passiert, ziehst du an. Gesetz der Anziehung und so. Also – wenn du es so betiteln magst – kontrollierst du quasi alles. Ja, du bist der Herr deiner Realität, du bist der Chefarchitekt deines Wolkenkratzers. Und das ist auch gut so. Stell dir mal vor, jemand anderes würde dein Leben kontrollieren, du hättest keinerlei Entscheidungsmacht, würdest jegliche Zügel aus der Hand geben. Also ich fände das ganz schön doof. Viele jedoch machen das ohne es zu merken. Und mit den Zügeln reitet das Pferd in die Ferne und sucht sich einen neuen Besitzer. Das ist dann zum Beispiel der Partner, der Chef, die beste Freundin, die Medien bis hin zu solch grotesken Dingen wie Essen, Alkohol, Sport oder Sex.

Hallo Kontrolle!

Jaja, Kontrolle, Fluch und Segen zugleich. Wie also kann man mit ihr eine harmonische Partnerschaft eingehen? Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn du erkannt hast, das irgendetwas anderes dich kontrolliert, ist das schon mal ein großer Gewinn. Der zweite Schritt wäre dann nicht, in Panik, Selbstpeinigung oder Selbstmitleid zu verfallen, oder – was auch eine sehr beliebte Methode ist – das ganze durch etwas anderes zu ersetzen, sondern diesem Herrn Kontrollzwang ganz freundlich die Tür aufzumachen, ihn hereinzubitten und sich erst mal zu setzen. Bei einer Tasse Tee könnt ihr das ganze dann ganz ruhig miteinander bequatschen. Was ich hier so schön bildhaft erkläre, ist nichts anders als sich der Sache ganz pragmatisch anzunehmen anstatt sie zu verdrängen, um sie schließlich freizulassen. Dass das natürlich oft nicht so einfach ist wie hier beschrieben, zumindest wenn man noch „Anfänger“ ist, ist klar. Deswegen möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Die sind keineswegs von mir entwickelt, sondern ganz gängige Methoden, die du vielleicht oft schon unbewusst angewandt hast.

Eigenverantwortung aka Kontrolle

Weil du ja mit der Kontrolle erst einmal etwas Negatives verbindest und vor allem etwas, was du so nicht mehr haben möchtest, kann es sehr hilfreich sein, dem ganzen erstmal einen anderen Namen zu geben. Statt der Kontrolle, die dein Leben bestimmt, könntest du das ganze zum Beispiel auch Entscheidungsmacht, Eigenverantwortung oder Führung nennen. Spür einfach in dich rein, mit welchem Wort du etwas Schönes und Positives verbindest und vor allem etwas, was dir Kraft und Selbstbewusstsein gibt. So distanzierst du dich erstmal ganz bewusst von deinem Gefühl, welches du dem Wort „Kontrolle“ zugeordnet hast ohne es zu verteufeln und zu hassen. Hass ist nämlich nicht so förderlich für wirkliche Genesung.

You are the Control Superman/woman

Da du zwangsweise von anderen mit dem Wort Kontrolle konfrontiert wirst, ist es wichtig dich darauf gefasst zu machen. Habe nicht Angst vor diesen Momenten sondern stehe ihnen mit einer gewissen Gespanntheit und einem Interesse gegenüber. Und dann guck einfach was passiert.
Natürlich ist das ganze in der Anfangsphase mit vielen Unsicherheiten verbunden. Das legt sich aber mit der Zeit. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem du komplette Sicherheit und gleichzeitige Leichtigkeit verspürst. Dann ist es an der Zeit sich nochmal deinem ehemaligen Erzfeind „Kontrolle“ zu widmen. Dazu musst du dir keinen Termin in deinem Kalender vermerken, sondern spürst es eigentlich von ganz alleine. Bei mir war gestern Abend so ein Punkt. Kam ganz unerwartet im Verlaufe eines Gesprächs. Folgender Gedankenverlauf ging mir durch den Kopf:

Hallo? Gibts da etwa noch mehr von euch?

Kontrolle, zumindest so wie sie im Volksmund verwendet wird, wird ja hauptsächlich durch den Verstand ausgelöst. Wie ich aber schon vorher angedeutet habe, ist Kontrolle die Basis eines jeden Ereignisses. Du kontrollierst was dir passiert. Dazu gehört aber schon mehr als der bloße Verstand. Der kann nämlich auch gar nicht ohne seine Freunde Herz, Seele und Geist existieren. Naja, existieren vielleicht schon, aber glücklich ist er ohne sie nicht und kommt dann immer nur auf dumme Gedanken. Deswegen kontrolliert das Herz, die Seele und der Geist genau so viel wie der Verstand. Als ich das gestern erkannt habe hat sich mein Bezug zum Wort „Kontrolle“ nochmals komplett verändert. Und alles schien so unglaublich leicht. Lächerlich leicht. Und sobald sich bei mir zu einer bestimmten Gefühlslage eine Prise Humor gesellt, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und die Kontrolle und ich sehr gute Freunde werden!
Hach, herrlich 🙂
Probiers aus!